Archiv der Kategorie: Feierabend! #23

DANCE THE MOVEMENT

Ein Parade-Aufruf zur Global Space Odyssey

Die “Global Space Odyssey” wird am 29. Juli zum nunmehr sechsten Mal stattfinden. Start ist um 12 (Mittags!) am Conne­witzer Kreuz, danach geht es über die Karl-Liebknecht-Strasse zur Zwischenkundgebung auf den Au­gustusplatz. Weiter über Haupt­­bahn­hof und Waldplatz in den Richard-Wagner-Hein, wo wieder bis zwölf ausgeruht bzw. weiter Spaß gehabt werden kann. Ab Mitternacht werden diverse Crews im Partydreieck Plagwitz (G16-Super­kronik-Handschuh­fabrik) bis Sonnenaufgang eure Tanzkraft ausreizen wollen.

2001 tanzten zum ersten Mal junge Leute durch Leipzigs Strassen, begleitet von bunten LKW, die die Parade mit unterschiedlichster Musik, von Hip Hop bis Techno, Livemusik, Psytrance, D&B usw. beschallten. Aus dem „reclaim the streets“-Gedanken heraus die Straßen zu besetzen und mehr daraus zu machen, als eine „buy and go area“, hielten wir es für eine gute Idee, uns mit anderen Städten aus aller Welt zu solidarisieren und gemeinsam an einem Tag auf die Straße zu gehen und zu feiern. Genau das war der Gedanke des „Million Marihuana March“, ein internationaler Aktionstag für die Legalisierung von Marihuana, in dessen Verlauf in über 140 Städten Menschen für ihr Recht zu kiffen auf die Straße gingen. Dabei war es uns von Anfang an wichtig, den Undergroundgedanken zu vermitteln, dessen gegenkulturellen Ansatz wir darin sehen, uns gegen die Rationalität des Marktes, Sexismus, Rassismus sowie autoritäre Strukturen zu wehren und zu versuchen, unsere Freiräume – z.B. unkommerzielle Parties – so zu gestalten, dass niemensch wegen Kohle, Drogen, Aussehen oder ähnlichem ausgegrenzt wird, wo aber nazistisches, sexistisches und gewaltchauvinistisches Gedankengut keinen Zugang finden dürfen. Zusätzlich wollen wir auf konkrete Probleme unserer unmittelbaren Alltagswelt aufmerksam machen. Aus diesen Gründen stellten wir Forderungen auf, die über die Legali­sierung von Marihuana hinausgehen. Abgesehen davon, dass wir den „Million Marihuana March“ für eine schöne Sache halten, ist uns der inhaltliche Bezugsrahmen einfach zu klein, als dass wir uns in diesem Zusammenhang organisieren wollten.

Nachhaltige Lösungsansätze für die mannigfaltigen und oftmals gravierenden Probleme unserer Gesellschaft scheitern immer wieder an den marktwirt­schaft­lichen Vorbedingungen. Men­sch­liches Miteinander ist geprägt von Konkurrenz- und Leistungsdenken, sowie von einer Marktrationalität, in der selbst das eigene Sein als Ware wahrgenommen wird.

Der Staat als autoritäre Machtstruktur kann und will innerhalb der waren­förmigen Ge­sellschaft gar nicht anders, als die Ver­wertungs­be­ding­­ung­en auf­rechtzuerhalten um sich zu finanzieren.

Was wollen wir nun eigentlich? Na klar – das komplett andere eben. Eine Gesellschaft, in der die Freiheit des Einzelnen die Grundbedingung für die Freiheit aller ist. Eben weil wir uns nicht auf eine Insel des Glücks zurückziehen können, ohne dass diese mehr wäre als eine Illusion, muss unser politischer Ansatz seine Entsprechung in der Realität finden und sich nicht in theoretischen Debatten verlieren. Dieses politische Selbstverständnis, welches auf Basisdemokratie, Selbstorganisation, Selbstbestimmung und freier Entfaltung des Individuums aufbaut, ist im kapitalistischen System nicht zu leben.

Daher halten wir es für sinnvoll, dass sich aus möglichst vielen gesellschaftlichen Teilbereichen (kulturell, politisch, sozial, wirtschaftlich) anhand konkreter Probleme und dem Bedürfnis diese nachhaltig zu überwinden, ein gesellschaftskritischer Ansatz entwickelt. Sobald wir die Frage nach der Überwindung des Kapitalismus und rassistischem, sexistischem sowie autoritärem Denken stellen, stellen wir die Frage ums Ganze. Diese Unterdrückungsmechanismen wirken in allen Teilbereichen unserer Gesellschaft, egal ob an den EU-Außengrenzen Menschen gejagt und erschossen, DrogenuserInnen kriminalisiert, Frauen diskriminiert oder Millionen von sogenannten Nutztieren entrechtet und getötet werden. Nur eine soziale Bewegung, die in breiten Schichten wirkt und die Verbesserung der Situation des einzelnen Individuums zum Ziel hat, kann dieses System als Ganzes begreifen und nur dann auch nachhaltig verändern.

Wir haben uns im Rahmen der GSO 2006 entschlossen Forderungen aufzustellen, die sich mit Themen wie Repression, Tierrechten, Drogenpolitik, Antifaschismus und Schulpolitik befassen, um ausführlicher auf diese eingehen und Kritik- und Handlungsperspektiven besser entwickeln zu können. Aus diesem Grund haben wir einen Reader gestaltet, welcher in diversen politischen und kulturellen Zentren, wie z.B. dem Linxxnet, der Libelle, aber auch auf einigen Parties ausgelegt wird – haltet Augen und Ohren offen und bewegt euch. In diesem Sinne: Smash the state – abolish capitalism – fight authority – dance the movement!

(Vorbereitungsgruppe GSO)

Keine Angst vor Politik

– Methoden kritischer Kunst am Beispiel –

Einer von 365 „Orten des Tages“ im „Land der Ideen“ (siehe Kommentar) wurde am 17. Juni auch in Leipzig gefunden: Die von einigen Aktiven liebevoll „Spinne“ genannte Baumwollspinnerei hat sich in den letzten Jahren zu einem richtigen Mikrokosmos entwickelt. Da zu dieser „Auszeichnung“ aber ehemalige Oberbürgermeister und andere von einem kulturellen Elite-Standort in Leipzig sprachen und Mützen für den „Fanclub Deutschland“ verteilt wurden, konnte der Eindruck aufkommen, es handele sich hierbei um ein Projekt auf dem kulturellen Niveau einer Fabrikeinweihung oder eines Sportevents. Schade, denn nicht nur die zahlreichen Galerien – zuletzt eröffnete „Pierogi“ aus Brooklyn, New York – machen auch so von sich reden: Die gemeinnützige „Stiftung Federkiel“ bespielt seit 2002 eine mehrere Fußballfelder fassende Ebene in der Halle 14 mit thematisch orientierten Jahresausstellungen. Die mittlerweile fünfte dieser Art ist noch bis Ende September (Fr, Sa, 11-18/So 14-18 Uhr) offen und widmet sich der „Kultur der Angst“ (siehe FA!#22). Kurator Frank Motz hat über zwanzig internationale KünstlerInnen eingeladen, ihre Positionen zu entwickeln und zu präsentieren. Wie im Einführungstext überzeugend dargestellt, ist Angst als eine „Schlüsseltechnologie der Macht“ und „marktbestimmendes Verkaufswerkzeug“ allgegenwärtig, weswegen ein besonderer Wert auf Projekte mit po­litischen Ambitionen gelegt wurde. Zwei nord­amerikanische Künstlergruppen – das Critical Art Ensemble und The Yes Men – stechen dabei durch einen besonderen Aktivismus hervor; nach einem stichprobenartigen „Rundgang“ soll dieser näher gebracht werden.

Kriegerische Kultur

m modernen Army-Look mit weißen Ripphemden und Camouflage-Hosen kämpfen auf den zwei „Panorama-Gemälden“, die als Startrampe in die Ausstellung fungieren, junge Menschen verschiedener Hautfarbe; es sind auch kleine Kinder darunter. Ob gegeneinander kann man nicht direkt sagen, die Waffen haben keine realistische Ausrichtung, alles ist sehr sauber. Die Moskauer Künstlergruppe AES+F hat durch eine Montage der Fotografien von jugendlichen Agenturmodellen mit digital erstellten Tieren, Pflanzen und Architekturen aus aller Welt, die dann auf Leinwand ausgedruckt worden ist, eine starke Inszenierung entwickelt: The Last Riot II (Die letzte Aufruhr), 2006. Schöne neue Kriege?

Neben dem Themenstrang um Kinderarbeit- und –pornografie ist es u.a. auch Samuel Huntingtons These vom Kampf der Kulturen, bzw. einer Islamisierung der westlichen Welt, womit sich die Gruppe beschäftigt. Sie stilisieren dabei gesellschaftliche Konflikte und Tabus provozierend zu etwas Schönem, etwa als Unterwäsche-Performances mit russischen Kindermodels in Ba­rock­­­sälen („Erlkönig“) und goldenen Skul­­pturen der Kinder (siehe Abb.) oder z.B. eine den Koran und Kopftuch tra­gen­de Freiheits­­­statue („Das Islam-Projekt“).

Mandy Gehrt aus Leip­zig zeigt auch Kopf­­­­­­­tü­cher: an sich, an freiwilligen Rollen­­spie­ler­­in­­nen, an der Wand. Den Spagat zwi­schen den verschiedenen prä­sen­tierten Posi­ti­o­nie­run­gen zur Kopf­­­tuch­-Debatte bekommt mensch wahr­schein­­­lich am besten in einem der angebotenen „Islam-Loves-Peace“ – Klei­­­dungs­­­stücke hin, die eine solidarischen und alltäglichen Umgang mit dem Islam fördern sollen. Islamo­phobie, binationale Ehen, Frauen im Islam – die Künstlerin thematisiert in kleinen Filmen, nach intensiven Recherchen im Betrof­fenenkreis, Konflikte im Alltag und mit den Behörden aus der Sicht islamischer MigrantInnen – nur, dass sie die selbst spielt bzw. von anderen Deutschen spielen lässt. Diese anregend ungewöhnliche Art des Perspektivwechsels spiegelt konsequent die Art des Abbaus von Vorurteilen im Weiter­tra­gen konkreter Erfahrung. Die Plattform in der Raum­mit­te soll weitere Kom­­mu­nikati­on ermöglichen, wie es vor­her auch schon öf­ter ein tem­­porär eröffneter Laden ge­tan hatte.

Weniger nach­­haltig ist in mei­nen Augen die Arbeit der Schwe­­­din Ma­ri­an­ne Fri­­berg, deren zwei Videos „No time to fall“ die bei­den An­tritts­reden George Bushs zu seiner jeweiligen Regie­rungs­periode zeigen. Alle Wortbeiträge sind heraus geschnitten, so dass nur Applaus, Räuspern und die dümmliche Mimik eines von sich überzeugten Präsidenten übrig bleibt. Das ist genauso simpel, wie amüsant.

Kollektive Erinnerung und andere Spaziergänge

Das deutsche Passagierflugzeug „Landshut“ war 1977 von RAF-solidarischen TerroristInnen entführt worden. Bei Dubai stand es zwei Tage in der Wüstenhitze, bevor die Anti-Terror-Einheit GSG9 es in Mogadischu befreien konnte. Zwei Filmaufnahmen werden für Philipp Lachenmann zur Basis einer Video­­­­in­stal­la­tion mit dem Namen „Spa­ce_Sur­rogate“. Durch digitale Ver­vielfäl­ti­gung erscheint ein­mal die „Lands­­­hut“ als flimmernde Fatah­mor­gana, der zweite „Bild­­film“ zeigt die Grup­pe der GSG9 in An­kara – ein Haufen junger Männer in Schlag­­­­­­­hosen, die in lang­samen, gemor­phten Schrit­­ten eine Straße entlang gehen. Lachenmann hinterfragt die Reprä­sen­ta­­ti­ons­­leis­tung me­­di­aler Bilder und Prozesse des kol­lektiven Gedächtnisses. Die individuelle Zeit­­­er­­fah­r­ung oder das Ersetzen von Bil­dern in der Er­in­nerung kön­nen dem­nach die Wahr­­neh­­­mung der Ge­schich­­­te stark prägen.

Das dritte Aus­stel­­lungs­objekt La­chen­manns dreht sich um eine andere Ge­­schichts­­­ent­wick­lung: „Gated com­­­mu­­nities“ (um­zäun­­ten Wohn­gebie­ten) in den reichen Vierteln von Los Angeles. Das „Bel Air Bouquet“ entfaltet sich in einem Schilderwald aus Logos von privaten Sicherheits- und Überwachungsfir­men, die er allesamt „beim Joggen“ heimlich aus dem sicheren Boden holte.

Auch der Schweizer Christoph Draeger hat einen gefährlichen Raub für die Kunst begangen: in einem ungarischen Katastrophen-Test-Areal entwendete er einen Mitschnitt einer Übungsaktion aus den Zeiten des Kalten Krieges, wo ein Atomkrieg bzw. seine Konsequenzen geprobt worden waren.

Zum Selber-Machen wollen die Instruktions-Kunsträume von Nedko Solakov und Noboru Tsubaki anregen. Wer sich traut, kann das Gesicht eines Propheten an die Wand malen oder einen Teil der neuen Mauer gestalten, die der sozial radikal agierende Tsubaki zwischen Israel und Palästina ausmacht und in einem Internet-Projekt problematisiert. Im September kommt er für einen Workshop nach Leipzig.

Die Ohrfeigenperformances Yarbossin Meldibekov´s zeigen wiederum eine ganz andere Art des Einsatzes. Er ließ sich in Kasachstan auf der Straße immer wieder ohrfeigen, um auf den traditionellen Despotismus und die mangelnde Zivilcourage hinzuweisen.

Bio-Art?

Die mindestens fünf schon seit 1987 zusammenarbeitenden KünstlerInnen des Critical Art Ensemble (CAE) bezeichnen sich selbst eher als „taktische Medienpraktiker“, die hybrid und künstlerisch zwischen Technologie, Theater und Theorie changieren. Dabei kämpfen sie als „Wir-versuchen-alles-Amateure“ prinzipiell produktiv gegen übermächtige und fehlerhafte Systeme und praktizieren eine lokal und publi­kums­angepasste Medienwahl. Dokumentarfilme zu verschiedenen Projekten sollen ihren Beitrag zum „Faktor Angst“ in die Ausstellung tragen. Aus einem Positionspapier:

Die Verwendung der symbolischen Abstraktion von Angst als austauschbarem Zeichen war schon immer ein hilfreiches Mittel, um die perversesten Bedürfnisse der Autorität zu rechtfertigen und zu verfestigen. Diese folgen der Ausweitung einer militarisierten Ordnung und der Abschaffung individueller Eigenständigkeit.“

Der Film „Marching Plague“ thematisiert Biowaffen-Forschung und deren „Ökonomie der Sinnlosigkeit“. Nach der Nutzung chemischer Waffen im Ersten Weltkrieg sei schnell sowohl ein hohes Interesse vorhanden, als auch die geringe „Effektivität“ von Bakterien u.ä. in diesem Zusammenhang klar gewesen. Bumerangeffekte, die problematische Haltbarkeit der Stoffe und „stärkere“ Alternativen sind schon 1932 als Gegenargumente in der innermilitärischen Diskussion aufgetaucht. Die gezeigte Aktion fand 2005 nahe einer schottischen Insel statt: Die Künstler­Innen setzten über zwanzig Meerschweinchen und eine Betreuerin auf einem Floß aus und besprühten dieses aus einiger Entfernung mit einer Flüssigkeit, in der der pestähnliche, aber harmlose Bacillus subtilis in hoher Konzentration enthalten war. Damit wurde detailgetreu die 1952 von der britischen Marine durchgeführte „Operation Caul­dron“ nachgestellt, bei der Pest-Viren als Schiff-zu-Schiff-Waffen getestet worden waren. Bei beiden Tests konnten jedoch keine bzw. nur vernachlässigbare Ergebnisse erzielt werden (ein Meerschweinchen hatte ein paar Bakterien auf dem Fell).

Vor dem Hintergrund aktuellerer Fälle, wie der nachweislich durch übertriebene Darstellung geschürten Anthrax-Panik-Welle, kann diese Arbeit als Metapher für die Absurdität der „bio-warfare“-Forschung gelesen werden. Die ideologisch und physisch mit PolitikerInnenimage und Konsumanregung operierende Inte­res­sen­­lage wächst beständig und die Budgets für militärisch-medizinische For­schungs­institutionen werden kräftig aufgestockt, um sowohl biologische Waffen, als auch Gegenmittel zu finden. Obwohl weder Massenangriffe mit Biowaffen noch massenhafter Schutz vor ihnen wahrscheinlich sind, wird getan, so der Vorwurf an die US-amerikanische Regierung, als handele es sich dabei um das Gesund­heitsrisiko Nr.1.

Dass die Angst vor Bioterror den Staat schwer beschäftigt, erlebt Steve Kurtz, einer der Hauptprotagonisten des CAE, vor Gericht, seit im Mai 2004 seine Frau an einer Herzattacke gestorben war. Die Polizei hatte, als sie in die Wohnung gekommen waren, wegen verdächtiger Reagenzgläser des Ehepaares die „Joint Terrorism Task Force“ des FBI verständigt. Die beschlagnahmten zunächst die gesamte Wohnung und nahmen unter anderem ein Manuskript für das Buch zum „Marching Plague“ – Projekt mit, im Film „Body of Evidence“ sieht man u.a. FBI-Mitarbeiter in Intensivschutz-Anzügen, wie sie die Wohnung betreten.

Laut Vorladungen verfolgte das FBI Straftaten nach Abschnitt 175 des US Bio­logical Weapons Anti-Terrorism Act von 1989, der durch den „USA Patriot Act“ nach dem 11. September erweitert wurde. Durch die Erweiterung verbietet dieses Gesetz den Besitz von „jeglichen biologischen Stoffen, Giften oder Herstellungsmitteln“, der nicht gerechtfertigt ist durch eine „prophylaktische, schützende, gutgläubige Forschung oder einen anderen friedlichen Zweck.“ Man ging also von einer künstlerischen Bedrohung aus. Da die gefundenen Bakterien und Utensilien aber einem üblichen High-School-Biologieunterricht-Equipment entsprachen, musste der Vorwurf des Bioterrorismus dann auf eine Postbetrugsbagatelle runtergeschraubt werden. Trotzdem steht bis heute die Drohung einer Höchststrafe von 20 Jahren Haft dafür im Rechtsraum, obwohl es sich um eine gängige Austauschpraxis zwischen Wissenschaftlern gehandelt hatte. Der angestrebte Präzedenzfall wird sich wohl noch eine Weile hinziehen – die Solidarität durch zahlreiche WissenschaftlerInnen und Bürger­rechtlerInnen ist erfreulicherweise groß, auch KünstlerInnen unterstützen das CAE in diesem Prozess.

Die Gruppe „The Yes Men“ beispielsweise verkauft online einen Film über sich, dessen Erlös an den Gerichtskostenfond geht. Auch inhaltlich finden sich gemeinsame Punkte, wenn das CAE etwa erklärt, dass unsere wandelreiche Zeit für subversive politische und soziale Veränderungen produktiv sein und das aktive Konstruieren und Manipulieren der Darstellung durch­aus Einfluss auf den Diskurs haben kann.

Für die zwei Hauptprotagonisten der „Ja-Sager“ mit wechselnden Namen ist es inzwischen schon relativ schwierig geworden, ihrem Ziel nach subversiv zu agieren, oft müssen sie sich Leute suchen, die ihre Auftritte durchführen. Denn die Yes-Men mischen sich wirklich ein: Auf den verschiedensten Konferenzen haben sie sich schon als eingeladene Vertreter einer bestimmten Firma mit abstrusen, überspitzten Ideen und Produkten präsentiert, immer unsicher, ob ihre „Identitätskorrekturen“ aufgingen. Der größte Coup gelang ihnen 2004, als sie sich zum 20. Jahrestag der Chemiekatastrophe im westindischen Bhopal, in deren Auswirkung ca. 20 000 Menschen sterben mussten, im Internet als Dow-Chemicals (den verantwortlichen Konzern) ausgaben und die lang ersehnte finanzielle Entschädigung der Hinterbliebenen ankündigten. Die Yes-Men wurden als Dow-Repräsentanten angesehen und „Jude Finisterra“ durfte selbst die Nachricht an das Nachrichtenpublikum der BBC. Kurz darauf musste der Konzern sich öffentlich dazu bekennen, keinerlei Zahlungen zu übernehmen und die Nachricht dementieren. 2005 traten die Yes-Men wieder „für“ Dow auf einer Konferenz in Erscheinung, wo sie den „Dow Risk Calculator“ vorstellten, eine Software für Unternehmen zur Ermittlung eines Produk­tions­ortes mit großer Risikobereitschaft in der Bevölkerung.

Vor kurzen hat wieder einer angebissen: auf der unechten Homepage wurden die beiden als Vertreter des großen Energiekonzernes Halliburton ausgemacht und eingeladen. Auf einer Konferenz für Versicherungsmanager zum Thema Katastrophenschutz in Florida Anfang Mai 2006 präsentierten also ein gewisser Fred Wolf und sein wissenschaftlicher Kollege Dr. Goody nach langer Forschungsarbeit den „Halliburton SurvivaBall“. Nachdem alle möglichen klimatischen und soziale Katastrophen besprochen waren, wurde die „gated community für einen“ vorgeführt: ein riesiger Stoffball zum Reinklettern mit vielen Funktionen: genügend Stauraum für Nahrung, medizinische Versorgung und Arbeitsgeräte, eine abschreckende Verteidigungsinfrastruktur, die Andock-Möglichkeit für andere Bälle, um ein „managerial agregate“ in funktionaler Differenzierung zu bilden, etc. So könne man sogar die Firmenmission fortführen, selbst wenn eine Epidemie oder Klimakatastrophe menschliches Leben unmöglich gemacht haben oder Migration und Krieg selbiges gefährden. Schließlich hätte selbst die schreckliche Pest trotz allem zur wunderbaren Renaissance geführt und auch das noch ältere Projekt der Arche Noah sei ja durchaus erfolgreich verlaufen. Die Errungenschaften der heutigen Wissenschaft ermöglichten also die absolute Sicherheit für diejenigen, die sich früh genug darauf vorbereitet haben. Die Fragen aus dem Publikum zur finanziellen Machbarkeit, der sperrigen Umsetzung und ob der SurvivaBall auch ausreichend vor Terrorismus schütze, würden, so die Vertreter, in der weiteren Planung Beachtung finden.

Derlei Eingriffe werden nicht nur viel eher für bare Münze genommen, sie rütteln auch auf eine besondere Weise an den Strukturen der Macht, zum Nachahmen empfohlen! Die Stiftung Federkiel hatte sich jedenfalls in weiser Voraussicht an der Entwicklung des Produktes beteiligt und wird in naher Zukunft ihre Exemplare der SurvivaBalls erhalten und in der laufenden Ausstellung präsentieren. Es lebe die Freiheit der Sicherheit!

(clara)

DIE SKANDINAVISCHE BEDROHUNG

Ihr haltet gerade die 23. Ausgabe des FEIERABEND! in den Händen. Die meisten von euch werden wohl schon wissen, was das heißt und was diese Zahl bedeutet. Um nicht zu lange bei der Erläuterung der numerologischen und allegorischen Implikationen dieser speziellen Zahl zu verweilen, sei es hier noch einmal gesagt: Die 23 ist das Symbol einer Macht, die im Verborgenen wirkt – einer Macht, die sich die Zerstörung der Welt wie wir sie kennen zum Ziel gesetzt hat. Angesichts des Ernstes der Lage – und trotz der Gefahr, die dies mit sich bringt – sehe ich es als meine Pflicht an, die Menschheit über diese dunkle Macht aufzuklären. Doch genug der langen Vorrede: Lest selbst!

Die moderne Welt ist aus den Fugen. Ohne Zahl sind die Zeichen der Krise: steigende Arbeitslosenzahlen, der internationale Terrorismus, der von Jahr zu Jahr immer ödere literarische Output von Günter Grass. Manche Leute machen den Werteverfall dafür verantwortlich, andere gar den Kapitalismus. Aber das ist nur ein Gerücht, welches von bestimmten Kreisen (z.B. gewissenlosen Sozialdemokraten) verbreitet wird, um von den wahren Urhebern abzulenken! Denn die sind mitten unter uns. Man erkennt sie nicht unbedingt aber sie sind da und arbeiten daran, unsere Gesellschaftsordnung ins Chaos zu stürzen. Oft tragen sie dabei Pullover, an warmen Tagen auch gern Schirmmützen und kurze Hosen, und sie benutzen bei ihrem üblen Tun modernste Technik (z.B. Internet und Mobiltelefone). Manch einer weiß wohl schon, von wem die Rede ist. Mancher weiß es womöglich noch nicht. Sagen wir es also rundheraus: Es sind die Schweden.

Man wird darauf nun wohl entgegnen: „Was? Wieso denn die Schweden?“ Aber eben das ist ja der Punkt: Niemand würde den Schweden etwas Böses zutrauen. Immer sind sie gutgelaunt und umgänglich, sie produzieren Knäckebrot und ökologisch korrekte Holzmöbel und verschönern unser Leben mit harmloser Popmusik. Aber das ist alles Schein. Schlimmer noch, es ist eine Täuschung, eine bloße Maske, hinter der die Fratze purer Bosheit zum Vorschein kommt! Die Schweden sind so ähnlich wie ein netter Nachbar, der auf der Straße immer freundlich grüßt und dann im Park heimlich Tauben vergiftet. Denn in Wirklichkeit wollen die Schweden nur eines: Die Weltherrschaft!

Doch wir wollen nicht bei bloßen Behauptungen stehen bleiben. Die Beweise für das üble Treiben der gewissenlosen Nordländer sind ohnehin kaum mehr zu zählen. Nur ein Beispiel: Wenn man die am 23. (!) 3. 1974 veröffentlichte „Water­loo“-Single von Abba rückwärts abspielt, hört man laut und deutlich einen Werbeslogan des international agierenden schwedischen Möbelkonzerns IKEA. Kein Wunder: Den Recherchen von Dr. Dieter Graupmann (Autor des Bestsellers „Die Schweden – Wer sie sind und was sie wollen“) zufolge war an der Produktion dieses teuflischen Nummer-1-Hits ein gewisser Lasse R. Gustaffson beteiligt. Eben dieser nun ist zum einen ein entfernter Verwandter des IKEA-Clans, zum anderen war er lange Zeit beim schwedischen Geheimdienst in der Abteilung für psychologische Kriegsführung tätig. Dass sich die Umsätze des IKEA-Konzerns in den Monaten nach Veröffentlichung des perfiden Machwerks um ca. 150% steigerten, ist vor diesem Hintergrund sicherlich kein Zufall.

Sicher auch kein Zufall ist, dass sich die Zahl 23 bei genauer Betrachtung auch in der Küstenlinie Schwedens wiederfinden lässt (siehe Abb. S. 5). Worauf diese erstaunliche Koinzidenz beruht – ob die Schweden das Symbol ihrer boshaften Intrigen den Umrissen ihres Landes entlehnt haben oder ob im Gegenteil diese sich im Laufe der Zeit dem hinterhältigem Wesen der Schweden angepasst haben, soll hier nicht beurteilt werden. Doch der Fakt allein spricht für sich.

Auch anderswo lässt sich dies Symbol nordischer Niedertracht wiederfinden – so umfasst die Leibgarde des schwedischen Königs traditionell genau 23 Mann. Und auch in den Werken Astrid Lindgrens (die mit Machwerken wie „Pippi Langstrumpf“ Millionen unschuldiger Kinderherzen vergiftet hat) wird man fündig. Nimmt man auf Seite 23 ihres Buches „Karlsson vom Dach“ den 23. Buchstaben und zählt dann immer weiter 23 Buchstaben ab und fügt diese zusammen, so erhält man (auf schwedisch) den Satz „Schweden wird die Welt unterjochen“. Braucht es noch mehr Beweise, um die abgrundtiefe Bosheit dieses Volkes zu verdeutlichen?

Die Schweden bemühen sich bei ihren Intrigen natürlich sehr darum, nicht unangenehm aufzufallen. Bei den meisten Kriegen der letzten Jahrhunderte übten sich die Schweden offiziell in Neutralität, mischten aber im Hintergrund überall eifrig mit, verkauften Waffen rund um den Globus und rieben sich heimlich die Hände, wenn es dann an allen Ecken knallte und brannte. Mitunter halfen sie auch nach, wenn es grad mal partout nicht knallen und brennen wollte. So legen neue Fakten nahe, das nicht etwa ein geistig umnachteter serbischer Extremist es war, der in Sarajevo das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand verübte, welches den I. Weltkrieg auslöste.

Wie aus den, bei der Renovierung der früheren schwedischen Botschaft zufällig gefundenen Akten, hervorgeht, war man dort im Jahre 1914 über den bevorstehenden Anschlag erstaunlich gut informiert.

Ermittlungen des renommierten Historikers Raymond L. Bobbes (Autor des Buches „Die Schwedenfrage“) zufolge war es der schwedische Generalfeldleutnant Fredrik Lundqvist, welcher die verhängnisvollen Schüsse auf den Thronfolger abfeuerte (Lundqvist selbst kam drei Monate später unter rätselhaften Umständen bei einem Badeausflug ums Leben). Die Anweisung zu der feigen Mordtat kam direkt aus dem schwedischen Königshaus.

Aber auch dort, wo anscheinend die Schweden keine Schuld trifft, kann man sicher sein, dass sie die Finger im Spiel haben. Schließlich übt dies abgefeimte Völkchen sein widerliches Handwerk nicht erst seit gestern aus. Schon im 8. Jahrhundert waren die Schweden zugange, als sie als Wikinger brandschatzten, notzüchtigten und mordeten was das Zeug hielt und damit die gesamte zivilisierte Welt in Angst und Schrecken versetzten. Mit Feuer und Schwert fielen sie damals in Frankreich und später auch in England ein, um sich anschließend dauerhaft dort einzunisten und Familien zu gründen. So kommt es, dass viele Staatsmänner unserer Tage – und gerade die, von denen man es am wenigsten erwartet – eigentlich Schweden sind. Darunter zählen z.B. so illustre Gestalten wie Boris Jelzin, der englische Premierminister Tony Blair und der frühere französische Präsident Charles de Gaulle. Aber auch der designierte Bundeskanzler Helmut Kohl ist in Wirklichkeit ein Schwede – unter seinen Vorfahren findet sich ein schwedischer Söldner, den es während des 30jährigen Krieges nach Deutschland verschlug.

Auch bei der Besiedlung Amerikas waren die Schweden an vorderster Front dabei. So überrascht es kaum, dass nicht nur die Präsidenten Wilson und Kennedy, sondern auch der langjährige FBI-Chef Edgar J. Hoover schwedischer Abstammung waren. Die Ermordung John F. Kennedys war freilich ein Betriebsunfall in der schwedischen Weltverschwörung. Hatten die skandinavischen Finstermänner anfangs noch geglaubt, den frischgebackenen Präsidenten fest in der Hand zu haben, so ließ die allgemeine Verehrung, die ihm von Seiten der Wähler entgegenschlug, den jungen Kennedy bald dem Größenwahn verfallen. Mit immer neuen philantropischen Gesten (Steuersen­kungen, Bau von Kliniken und Waisenhäusern etc.) versuchte er seine Beliebtheit ins Unermessliche zu steigern, bis Edgar J. Hoover per­sönlich ein­schritt und ihn ermorden ließ. Die tödliche Kugel kam dabei von einem FBI-Agenten, der in einem Wagen direkt hinter dem des Präsidenten fuhr und von dort aus – von der am Straßenrand jubelnden Menge unbemerkt – mit einer schallgedämpften Pistole auf das arglose Staatsoberhaupt feuerte. Ein Fernsehteam filmte die schreckliche Szene zufällig mit, das entsprechende Band wurde jedoch schon am nächsten Tag von FBI-Beamten beschlagnahmt und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

Auch dies ist nur eine von zahllosen Missetaten, die die Schweden im Laufe ihres jahrhundertealten Schreckensregimes verübt haben. Aber wie Abertausende andere ihrer Verbrechen wurde auch dieses vertuscht und totgeschwiegen. Schließlich kontrollieren die Schwe­den nicht nur den internationalen Waffenhandel, die Börsen und sämtliche Regierungen der westlichen Hemisphäre, auch der Zeitungs- und TV-Markt ist fest in schwedischer Hand (so ist z.B. auch der ameri­ka­nische Fernsehmagnat Rupert Murdoch in Wirklichkeit Schwede). Auch die meisten Historiker sind entweder selbst Schweden oder arbeiten an Instituten, die von Schweden kontrolliert werden. Kein Wunder also, dass die Schweden immer noch weltweit beliebt sind, während sie doch ungezählte Völker im Würgegriff ihrer blutbesudelten Klauen halten!

Nur wenigen hochentwickelten Geistern war es bisher vergönnt, einen Blick unter die freundliche Maske zu werfen und die skandinavischen Sympathen als das zu erkennen, was sie in Wirklichkeit sind. Doch die Zeit drängt, und angesichts der schrecklichen Lage kann ich trotz der Gefahr, der ich mich damit aussetze, nicht schweigen. Eins ist klar: Die Schweden werden nicht eher ruhen, bis sie ihr teuflisches Werk vollendet und eine globale Schreckensherrschaft errichtet haben! Und wer sie daran hindern will, schwebt unweigerlich in Lebensgefahr. Auch ich werde, seit ich die Ergebnisse meiner Forschungen der Öffentlichkeit zugänglich machte, auf Schritt und Tritt verfolgt. So bezieht ein als Eisverkäufer getarnter Schwede schon seit Monaten jeden Morgen seinen Posten gegenüber meines Hauses und lässt es den ganzen Tag nicht aus den Augen. Die meisten meiner Bekannten sind von der allgegenwärtigen Propaganda natürlich längst dermaßen vereinnahmt, dass sie mich in der Regel für verrückt halten, wenn ich ihnen von meinen Erfahrungen erzähle. Doch auch das muss ich auf mich nehmen – in der Hoffnung, dass es der Menschheit eines Tages gelingen wird, die gemeinen Ränkespiele der Schweden zu durchschauen und sich von ihrem Joch zu befreien!

hermann von jenen

dreiundzwanzig

Muscha heißt Beschützer

– Porträt eines als Kind von den Deutschen verfolgten Sinto –

Ich war bereits zwölf Jahre alt und konnte mehr verstehen, als die Erwachsenen glaubten. Nur eines konnte ich nicht verstehen, warum die Menschen so dumm sind, um Kriege zu führen und sich selbst zu vernichten. Das hatte doch der liebe Gott bei der Erschaffung des Menschen bestimmt nicht gewollt. Die Tiere ermorden sich ja auch nicht massenweise. Solche Gedanken kommen einem, wenn man einsam in einem Zimmer ausharren muss.

Mein Zimmer wurde nun nicht mehr bewacht und verschlossen und angebunden war ich auch nicht mehr. Das war auch nicht nötig, denn für eine Flucht wäre ich viel zu langsam gewesen. Auch hatte ich immer noch ganz schöne Schmerzen im Bauch und in den Beinen. Natürlich bekam ich auch Besuch. Mutti und Vati kamen getrennt zu den Besuchszeiten.

Eines Tages, vielleicht war es auch in der Nacht, standen plötzlich Fremde in meinem Zimmer, um mich abzuholen. Einen Pfleger erkannte ich wieder. Es war der Mann, der mir vor der Operation die Bauchfusseln abrasiert hatte. Er sagte mir, ich solle ganz leise sein, nicht sprechen und nur das tun, was man mir sage. Neben der Tür stand noch ein Mann, den ich schon einmal bei meinen Eltern gesehen hatte. Es war Onkel Peter. In der Tat ging ich auch freiwillig mit ihnen mit. Es wurde nicht gesprochen. Nur durch Zeichen verständigten sie sich.

Später habe ich erfahren, dass der SS-Mann Bartelt meine Eltern davor gewarnt hatte, dass man mich nach der Operation in das KZ Bergen-Belsen bringen wollte. Dort hätte ich in meinem Alter niemals überlebt. Die sozialdemokratischen Widerstandskämpfer wussten das und setzten alles auf eine Karte, um mein Leben zu retten. Diese Menschen bezeichnete man mir gegenüber als Angehörige des Roten Kreuzes. Jedenfalls brachte man mich an den Goldberg in der Nähe von Halle, wo man mich in einem Gartenhäuschen versteckte. “

(aus dem Buch: „Und weinen darf ich auch nicht…Ausgrenzung, Sterilisation, Deportation – Eine Kindheit in Deutschland“, 2002)

Ein Kinder-Leben

Am 6. Januar 1932 wurde Josef Muscha Müller in Bitter­feld geboren und es sollte 54 Jahre dauern, bis er dort auf eine Spur seiner Herkunft stieß. Doch eins nach dem anderen: Er konnte noch nicht ganz alleine laufen, da holten Otto und Minna Hinz, die von Königsberg nach Halle gekommen waren, wo sie sich weiterhin im kommunistischen und sozialdemokratischen Spektrum bewegten, den Kleinen aus dem Kinderheim in Grölwitz bei Halle und nahmen ihn in Pflege. Obwohl Sinti-Kinder nicht adoptiert werden durften, arrangierte eine Frau vom Jugendamt diese Rettung. Später sollten noch andere Rettungen folgen, denn Muscha zählte als „Zigeuner“ in Nazi-Deutschland zum „unwerten Leben“. 1940 wurde er von der Berliner „rassenhygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle“ registriert. In der Schule wurde er vom Lehrer und den Mitschülern gedemütigt und misshandelt und noch Ende 1944 von einem Dr. Rothmaler sterilisiert. Bei einer späteren Konfrontation mit dem Arzt sollte dieser dazu bemerken: „Und das was ich getan habe, habe ich getan für das deutsche Volk!“

Vom Krankenhaus aus sollte das Kind in das KZ Bergen-Belsen verschleppt werden, der Widerstandskreis der Eltern konnte ihn jedoch davor bewahren, indem sie ihn bis Kriegsende versteckt hielten. Dabei kam es nach mehreren Gestapo-Verhören zum Suizid eines der widerständigen Aufpasser, „Onkel Peter“, der verhindern wollte, dass er selbst das Versteck preisgibt. Nach der Befreiung klärten die Eltern ihn über seine Herkunft auf und rieten ihm gleichzeitig, nicht über sie zu sprechen, da sie weiterhin eine Rassenverfolgung in Deutschland befürchteten.

Erst 1986 sollte der damals 54-jährige jedoch bei einem Besuch in Bitterfeld zufällig von seinem Taufnamen „Muscha“ erfahren, eine Nonne zeigte ihm die Kirchenbücher, in denen noch ein weiterer Name auftauchte: Vinzenz Rose Müller – wahrscheinlich ein Zwillingsbruder, ein Stück Hoffnung auf ein Stück Familie. Leider fand er ihn aber bis heute nicht. Ein in den 50ern gescheiterter Adoptionsversuch eines kleinen Jungen durch Muscha und seine Frau verstärkte zusätzlich sein lebenslang wiederkehrenden Gefühl der Einsamkeit.

Doch der inzwischen 74-jährige hat eine Berufung: Kinder. In einer Berliner Kinderpsychiatrie arbeitete er als Pädagoge, auch nach der Rente noch ehrenamtlich. Er geht aber auch in Kindergärten und Schulen, um aus seiner Kindheit zu erzählen. Dabei veranstaltet er immer eine Art Rollenspiel, bei dem er sich selbst und die anderen in bestimmte Situationen bringt und verschiedene Personen dargestellt werden, selbst in die Haut seiner Peiniger schlüpft Muscha.

Diesen Stil benutzte er auch kürzlich auf zwei Veranstaltungen der „Zeitzeugengespräche“ in Jena und Leipzig, für die er als „Ersatz“ für den erkrankten Hugo Höllenreiner eingesprungen war. Weniger glücklich verliefen leider die Mobilisierung und inhaltliche Vorbereitung zu dieser Reihe. Für die ca. 50 BesucherInnen war die sicher ungewohnte Art der Wissensvermittlung nichts desto trotz sehr aufschlussreich, da die Perspektive eines Kindes erfahrbar werden konnte. Vor der Leipziger Veranstaltung am 2. Juni bekam ich freundlicherweise die Gelegenheit, ein Gespräch bzw. Interview mit Muscha zu führen, das nun hier in Teilen zu lesen sein wird. Am Ende des Abends sagte Muscha, und das bedeutet „Beschützer“: „Ich bitte euch von ganzem Herzen, lasst so was nie wieder zu, wenn ihr davon erfahrt. Kämpft dagegen an, wenn man gegen wehrlose Kinder vorgeht.“

Interview

FA!: Bist du eigentlich inzwischen als Verfolgter anerkannt?

Ja, ich bin anerkannter „Verfolgter des Nazi-Regimes“, nach 30 Jahren Kampf. Ich war in der DDR seit 1947 anerkannt, als jüngstes verfolgtes Kind. Und dann wollte ich die Überschreibung im Westen haben, die habe ich nicht bekommen. Ich war als junger Mann in deinem Alter in einem Prozess, da sagte die Richterin zu mir: „Verschwinden sie sofort, sie sind kein Verfolgter!“ Und ich wollte etwas sagen. – „Halten sie ihren Mund und sie fliegen raus hier! Und wer ist eigentlich die Dame?“ – „Na ja, meine Begleitung.“ Sie war Journalistin, das habe ich der aber nicht gesagt. Aber in ihrem Artikel bei der taz ging es knallhart gegen das Gericht. Später bin ich mit Hans-Joachim Vogel und so zusammen gekommen, das waren also SPD-Leute. Die sagten: „Das kann doch nicht wahr sein!“ – „Es ist aber Tatsache, ich habe das auch schriftlich, dass ich nicht anerkannt wurde.“ Und da haben sie im Abgeordnetenhaus einen Beschluss gefasst und haben die Gesetzgebung zur Anerkennung geändert. Und als die Mauer wegging, wurde ich auf einmal anerkannt. Aber eine Entschädigung habe ich nie bekommen. Na ja, ich habe gut verdient. „Und eine Rentensache?“ – „Ja, das könnten wir eventuell machen. Aber nicht so, wie die jüdischen Verfolgten!“ Ich habe in Hamburg, aber auch in Amerika die Sinti und Roma vertreten, in Polen zum Weltkongress, um wenigstens etwas zu kriegen.

FA!: Konntest du nach dem Krieg mit deinen Pflegeeltern über die Geschehnisse sprechen?

Na ja, am Anfang habe ich natürlich gefragt, warum der – sag ich jetzt mal – Neger, wir kannten keinen anderen Ausdruck dafür, zu mir gesagt hat: „Jetzt bist du frei, du schwarzer Zigeuner.“ – „Was ist ein Zigeuner?“, fragte ich. Und da haben sie mich erst mal aufgeklärt und mir gesagt, dass sie nicht meine Eltern sind. Da habe ich natürlich einen vollen Schock gekriegt und wollte es nicht glauben und habe geschrien. Erst später habe ich das richtig begriffen, als sie es mir wieder gesagt haben: „Deine Eltern sind nicht mehr da.“ Sie konnten mir nicht sagen, ob sie tot sind. Aber sie waren auch noch nicht verfolgt worden, denn das war ja erst 1932, die Machtübernahme war ja später.

FA!: Habt ihr auch über den Widerstand gesprochen?

Ja, es kam öfter mal zu Gesprächen. Da hatte ich doch z.B. mal in einer Weinkammer gestöbert und Flugblätter gefunden. Und da habe ich dann gefragt: „Ich kann mich erinnern, wie ihr gemeckert habt, weil ich die Flugblätter gefunden habe. Warum waren die denn da drin?“ Das ist eine Frage von einem 12-jährigen Kind. Dann hat der Vater gesagt: „Pass mal auf: Wir haben dir doch immer erzählt, dass die Kollegen, die da immer kamen, Sportkameraden sind. Das waren aber keine Sportkameraden, das waren Kameraden des Widerstandes.“ Und dann hat man mir auch erklärt, was der Widerstand war, wer die Nazis waren. „Du hast doch gesehen, wenn sich die HJ mit dem Kommunistischen Jugendverband geprügelt haben. Und da war ein Widerstand auch zwischen den Erwachsenen gegen die Nazis.“

Die Sache mit der Sterilisation kam so: Ich bin total verknallt gewesen und bin zum Papa gegangen und habe gesagt: „Du, ich hab da ´ne dufte Mieze und wir wollen heiraten. Und da hat er gesagt: „Was willst du machen?“ – „Na heiraten, wie du, ganz einfach.“ – „Sag mal, weißt du, wieso du damals im Krankenhaus warst?“ – „Was hat denn das damit zu tun?“ – „Da bist du doch operiert worden.“ – „Ja, am Blinddarm.“ – „Schau doch mal nach, ob das stimmt.“ – „Wieso?“ – „Mein Junge, du sollst dir das mit dem Heiraten überlegen, du bist sterilisiert worden. Und die Ehe ging damals auseinander denn sie wollte dann zuletzt doch ein Kind haben. Das war eine schwierige Situation für Sterilisierte. Von den Frauen, die man sterilisierte, haben sehr viele Selbstmord begangen. Die haben auch teilweise heftigere Schmerzen gehabt als Männer und die psychische Belastung haben sie einfach nicht überwunden. Ich habe es eben durch mein Aufgabengebiet überwunden – nicht ganz, es kommt immer wieder zum Vorschein. „Da, guck mal, das ist eine Familie.“ Ich sehe in ihnen meine Familie, ob er das ist, oder du das bist. Ich sehe es nur so, aber es ist nicht meine Familie. Oder an Weihnachten, wenn andere feiern, dann sitzen wir beide alleine da, die Müllerin und ich, immer alleine. Wo werden wir denn eingeladen? Dadurch, dass ich ein bisschen bekannt geworden bin, habe ich natürlich einen Kreis, aber ich bin eben ein Sinto.

FA!: Ich habe noch eine grundsätzliche Frage: Was ist für dich Rassismus?

Die größte Schweinerei, die es überhaupt gibt. Wir sind nur ein Planet, ein Planet. Es gibt eine wunderbare Tierwelt, eine wunderbare Vegetation, aber einen unberechenbaren Menschen, der auf dem Planeten ist und es wird ihn auch immer wieder geben.

Also, ich würde mir wünschen, dass es dahin geht, dass alle Menschen gleich sind egal welcher Hautfarbe, egal, welcher politischen Einstellung, sie darf nur nicht kriegerisch sein. Wir müssen alle einfach gleich sein, so wie wir geschaffen wurden, so sollten wir bleiben.

FA!: Aber wie kommt man denn da hin? Wie kann man dem Rassismus begegnen?

Ich weiß es nicht. Wenn der Mensch selbst es nicht will, er würde es vielleicht schaffen, aber er will es nicht. Schon ist der Unterschied da, der Nachbar ist der Türke, „Das sind die Türken, die sind ja ein dreckiges Volk!“, so geht das wieder los bei uns in Berlin. Oder vorhin: da habe ich meinen Spaß gemacht mit denen, die nur schwarze Klamotten tragen. Aber ich habe nicht gesehen, dass die irgendwie feindlich sind oder dass ich eine Abneigung gegen sie habe. Warum soll ich auch eine Abneigung haben, wenn ich überhaupt nicht weiß, was das für Menschen sind, was die überhaupt machen. Wenn das überall so wäre, dann könnte man sagen, es ist gut so, das ist der Planet des Friedens. Aber er ist es nicht.

FA!: Es ist ja eigentlich auch eine antifaschistische Tätigkeit, wenn man in die Schulen geht, so wie du das machst, so anschaulich und intensiv – wie reagieren die Kinder auf dieses Thema?

Also, ich muss sagen, die Kinder haben sehr gut reagiert. Das liegt aber daran, dass die das spielen. Manchmal hat das auch mit Erwachsenen geklappt. Die Kinder haben mir Briefe geschrieben, ich sollte wiederkommen, alles in der BRD hauptsächlich. Ich bin Stamm-Zeitzeuge an vielen Schulen. Das läuft ganz gut, jedenfalls besser, als ich es erwartet hatte. Die Kinder empfinden das richtig, manchmal habe ich Szenen erlebt, da haben sie so geweint, dass ich aufgehört habe, zu erzählen. Das ist so: ich trete dann auch irgendwie weg, ich bin in dem Moment dann nicht mehr da. Ich erlebe das noch einmal. Deswegen kommen dann auch immer wieder einmal diese Gefühlsausbrüche zum Vorschein, dass ich auf einmal nicht mehr sprechen kann und gegen die Tränen ankämpfe, denn das tut weh.

FA!: Du machst aber immer noch weiter?

Na ja, pass mal auf, mit 35 Jahren ist man ja schon ein bisschen langsam… Dass ich hier bin, ich wurde ja angerufen und habe Ja gesagt. „Du musst doch ein Ding am Koppe haben, wie kannst du denn das so auf die Schnelle machen?“ Das wird langsam zuviel, das ist schon anstrengend. […]

Ich gehe auch zu den Baptisten und mache da Kinderstunden. Also, das, was ich noch kann. Meine Frau ist gehbehindert, daran muss ich auch denken. Ich habe auch gesagt: „Müllerin, ich glaube, es wird das letzte mal sein.“ Es ist praktisch wie ein Abschied.

Tipps zum Umgang mit Strafbefehlen

Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Strafbefehl bekommen habe?

Normalerweise folgt nach der von Euch selbstverständlich nicht wahrgenommenen Beschuldigtenvernehmung und der Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft die Prozesseröffnung. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen Prozess zu umgehen und der/dem Beschuldigten einen Strafbefehl zuzustellen. Das ist quasi ein Urteil ohne eine vorhergehende Verhandlung, dss heißt, der Strafbefehl legt die Rechtsfolgen der Euch vorgeworfenen Tat fest, also beispielsweise, dass ihr 30 Tagessätze à 10 Euro zahlen sollt.

Dies wird in letzter Zeit häufiger praktiziert, da die Staatsanwaltschaft darauf hoffen kann, dass mensch sich nicht dagegen wehrt – entweder aus Unwissenheit oder aus Fristversäumnis.

Allerdings wird Euch auf diesem Wege die Möglichkeit eines „fairen“ Verfahrens genommen, Ihr könnt bestimmte Entlastungszeugen nicht präsentieren, seid der Möglichkeit beraubt, mit einem/einer Anwalt/ Anwältin Eurer Wahl eine Prozessstrategie zu besprechen und vergeigt im Zweifel einen eventuellen Freispruch oder eine geringere Strafe.

Aus diesem Grund solltet Ihr Euch immer (erst einmal) gegen einen Strafbefehl wehren!

In jedem Fall solltet Ihr innerhalb von zwei Wochen (nach Zugang des Strafbefehls) zunächst einen formlosen Einspruch gegen den Strafbefehl bei dem dort bezeichneten Amtsgericht unter Nennung des Aktenzeichens einlegen Das steht auch alles in der Belehrung, die Ihr mit einem Strafbefehl, quasi als Beipackzettel, erhaltet. Dabei müsst und solltet Ihr auch nicht begründen, warum Ihr euren Einspruch einlegt.

Der Einspruch kann auch nur auf den Strafausspruch, also die Höhe der Strafe, beschränkt werden. Eine solche Beschränkung des Einspruchs auf die Höhe des Strafmaßes solltet Ihr aber wirklich erst nach Absprache vornehmen beziehungsweise, wenn Ihr selber Ahnung davon habt. Da Ihr bis in die Hauptverhandlung hinein die Möglichkeit habt, von einem „Teil“-einspruch Gebrauch zu machen, solltet Ihr also grundsätzlich immer einen vollumfänglichen Einspruch einlegen. Nach Rücksprache mit einem/einer Anwalt/Anwältin, einer Rechtshilfeor­ga­ni­sation etc. könnt Ihr diesen dann ja immer noch in der Verhandlung begrenzen.

Ihr könnt bei­spiels­­weise schreiben: „Hier­mit lege ich Ein­spruch gegen den Straf­befehl des Amts­­­­gerichts … mit dem Aktenzeichen … ein.“

Wichtig ist aber wirklich, dass dies innerhalb der zwei Wochen passiert, ansonsten könnt Ihr nicht mehr gegen den Inhalt des Strafbefehls vorgehen, da dieser dann rechtskräftig wird! Entscheidend ist der Posteingang bei Gericht!!! Also: Wenn Ihr einen Strafbefehl am Mittwoch bekommt (entscheidend ist das Zustellungsdatum auf dem Umschlag!), dann endet die Frist zwei Wochen später am Mittwoch um 24.00 Uhr. Dabei sind die Postlauf­zei­ten von bis zu drei Tagen unbedingt zu beachten.

Am sichersten ist, den Einspruch in den (Nacht-)Briefkasten des jeweiligen Amtsgerichts einzuwerfen oder das Ganze gegen Empfangsbe­kenntnis beim Pförtner/bei der Pförtnerin oder in der Poststelle des Gerichts abzugeben.

Nachdem also ein Einspruch eingelegt ist, habt Ihr erst einmal Zeit gewonnen, die Ihr nun nutzen solltet, Euch im Hinblick auf die weitere Vorgehensweise zu beraten und zu informieren.

Ihr könnt dies bei Eurer örtlichen Ortsgruppe der Roten Hilfe, Eurem Ermitt­lungs­ausschuss oder als Anfrage bei der Adresse: info@rote-hilfe.de machen. Gemeinsam könnt Ihr dann überlegen, ob in Eurem Fall ein/eine Anwalt/Anwältin zu Rate gezogen werden sollte oder ob dies nicht nötig ist.

Was Ihr noch wissen solltet: Einen Einspruch kann mensch jederzeit, das heißt auch noch während der Verhandlung bis zur Urteils­ver­kün­dung, zurücknehmen. Dann entstehen auch keine weiteren Kosten. In dem Fall, wo er nicht zurückgenommen wird, kommt es zu einem ganz normalen Prozess, bei welchem der Strafbefehl die Anklageschrift ersetzen wird. Solltet ihr verurteilt werden, müsst Ihr dann auch die Gerichtskosten tragen.

Rote Hilfe Leipzig

Die Rote Hilfe ist eine Solidaritätsorganisation, die politisch Verfolgte aus dem linken Spektrum unterstützt, die z.B. wegen presserechtlicher Verantwortlichkeit für staatsverunglimpfende Schriften, wegen Teilnahme an spontanen Streiks oder wegen Widerstand gegen polizeiliche Übergriffe vor Gericht gestellt werden. Ebenso denen, die in einem anderen Staat verfolgt werden und denen hier politisches Asyl verweigert wird. Zusammen mit dem Angeklagten bereiten sie den Prozeß vor und machen besonders seinen/ihren politischen Hintergrund in der Öffentlichkeit bekannt. Die Rote Hilfe engagiert sich gegen die Verschärfung der Staatsschutzgesetze, gegen weiteren Abbau von Rechten der Verteidigung, gegen Isolationshaft, gegen weitere Beschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Ihr gehören nur Einzelpersonen als Mitglieder an.

www.rote-hilfe.de

Editorial FA! #23

Sand zwischen den Zehen, Sonnenbrand auf der Nase und die Sommerausgabe des Feierabend! in den Händen. So schön kann das Leben sein. Aber nur wer den Weg an den Strand fand, konnte in den letzten Wochen Ruhe finden. In der Stadt herrschte Ausnahmezustand. Das Fußballjubelfest wurde flankiert von aufgestockter Polizeipräsenz und immer dreisterer Überwachung und Rasterung. Daher haben wir für dieses Heft den Schwerpunkt Innere Sicherheit gewählt (u.a. Seite 2-6, 14-16). Nächstes mal wollen wir uns mit Emanzipation (Seite 22) beschäftigen und hoffen in diesem Sinne auf Beiträge von LeserInnen, die sich gerne von ihrer Rezipientenrolle emanzipieren wollen. Für alle, die in Konflikt mit der Staatsmacht geraten, gibt es ab #23 eine neue Rubrik der Roten Hilfe Leipzig (Seite 13). Als ‚ausgezeichnete‘ Verkaufsstelle hat sich diesmal das „Liberterz – Benefiz für Libertäre Projekte in Leipzig“ erwiesen. An dieser Stelle vielen Dank an alle HelferInnen und Gäste für den schönen Abend. Bis zum nächsten Fest,

Eure Feierabend!-Redaktion

 

PS: Wer auch so wie wir auf die dreiundzwanzig abgeht, sollte dieser Zahl auf den Grund gehen.